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AWO INKLUSIV — Gemeinsam für ein Bayern der Vielfalt

Der Begriff Inklusion bezeichnet die Leitidee, eine Gesellschaft ohne Diskriminierung zu schaffen, die jedem einzelnen Menschen ein Maximum an Teilhabe ermöglicht.

Die AWO engagiert sich seit ihrer Gründung vor fast 100 Jahren für eine gerechte und tolerante Gesellschaft und den Abbau von Zugangsbarrieren für Menschen, die von sozialem Ausschluss bedroht sind.

Entsprechend begreift die bayerische Arbeiterwohlfahrt die Verwirklichung der Idee einer inklusiven Gesellschaft als eine zentrale Zielperspektive für die zukünftige Ausrichtung ihrer Arbeit.

Inklusion und Bildung

Die AWO engagiert sich für die Schaffung einer inklusiven Bildungslandschaft, die jedem und jeder Einzelnen die notwendigen Rahmenbedingungen für die Entfaltung seiner individuellen Potenziale eröffnet.

Bildung ist ein zentraler Schlüssel zu gesellschaftlicher Teilhabe. Bildung schafft die Grundlage für eine mündige und selbstbestimmte Form der Lebensführung und die Beteiligung am gesellschaftlichen Leben. Den Orten, an denen Bildung stattfindet, kommt eine ganz besondere Bedeutung zu: An ihnen kann Toleranz und ein Miteinander in Vielfalt praktisch eingeübt werden und so die kulturelle Basis für ein wertschätzendes, solidarisches Miteinander gelegt werden. Die AWO setzt sich daher für ein inklusives Bildungssystem ein, in dem die unterschiedlichen Persönlichkeiten, Fähigkeiten und Eigenarten als Selbstverständlichkeit anerkannt werden und Vielfalt als Ressource betrachtet wird. Als Wohlfahrtsverband fordert die AWO, dass die notwendigen Ressourcen zur Verfügung gestellt und sowohl die pädagogische Ausbildung als auch die Ausgestaltung der Bildungsinstitutionen konsequent am Leitbild eines inklusiven Bildungssystems mit Teilhabemöglichkeiten für alle ausgerichtet werden.

Inklusion und Arbeit

Die AWO tritt für eine menschengerechte Ausgestaltung der Arbeitssphäre ein, die sich durch Teilhabechancen für alle und angemessene Arbeitsbedingungen für jede Einzelne und jeden Einzelnen auszeichnet.

Die Teilhabe an der Welt der Arbeit ermöglicht es, sich als nützlicher Teil der Gesellschaft zu erleben und ein entsprechend positives Selbstbild zu entwickeln. Daher engagiert sich die AWO für eine inklusive Ausgestaltung der Arbeitswelt mit einem ausdifferenzierten Angebot an Arbeits- und Beschäftigungsformen, das Teilhabemöglichkeiten für alle - unabhängig von der individuellen Leistungsfähigkeit - gewährleistet. Dabei darf eines allerdings nie aus dem Blick geraten: Nicht jede Arbeit ist gute Arbeit und die Arbeiterwohlfahrt sieht sich in ihrer Tradition als Selbsthilfeorganisation der Arbeitenden gerade in diesem Bereich gefordert. Gute Arbeit zeichnet sich dadurch aus, dass sie die Möglichkeit bietet, den Lebensunterhalt zu bestreiten, ohne dabei gesundheitlich Schaden zu nehmen oder so intensiv vereinnahmt zu werden, dass keine Zeit und Kraft mehr für Familie, Freunde und die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben bleibt. Am grundlegenden Ziel einer entsprechend menschengerechten Arbeitsgestaltung orientiert sich die Arbeiterwohlfahrt sowohl als Arbeitgeber als auch als Wohlfahrtsverband und politischer Interessenvertreter.

Inklusion und Wohnen

Die AWO fordert eine sozial verantwortliche und inklusionsförderliche Quartiers- und Regionalentwicklung und die Schaffung bedarfsgerecht ausgestalteter Wohnangebote für alle.

Das eigene Zuhause bildet im wörtlichen Sinne die Voraussetzung dafür, sich als Mensch innerhalb der Gesellschaft zu verorten. Entsprechend tritt die AWO für eine Wohnungspolitik ein, die der zentralen Bedeutung des Wohnens für gesellschaftliche Teilhabe gerecht wird. Wichtig sind in diesem Zusammenhang eine inklusionsförderliche Quartiers- und Gemeindeentwicklung und das Engagement gegen lokale Separierungseffekte in den Städten und Regionen. Wichtig ist aber auch die Bezahlbarkeit von Wohnraum, da sich die Wohnkosten in immer mehr Gegenden zu einer zentralen Teilhabebarriere entwickeln. In unseren stationären Einrichtungen ist die Sicherung der Teilhabe der Bewohnerinnen und Bewohner am gesellschaftlichen Leben ebenso ein zentrales Anliegen wie die Eröffnung von Möglichkeiten für das selbstbestimmte Wohnen. Unser Ziel ist es, kleinräumige Versorgungsstrukturen aufzubauen, auf dezentrale, kleine Wohneinheiten umzustellen und so die Zugehörigkeit der Bewohnerinnen und Bewohner zum Quartier zu stärken. Wir engagieren uns in der Weiterentwicklung von Wohnangeboten für Menschen mit unterschiedlichen Bedarfen und entwickeln die entsprechenden flankierenden Dienstleistungsangebote kontinuierlich weiter.

Inklusion im kulturellen und sozialen Leben

Die AWO setzt sich dafür ein, dass Inklusion nicht nur in den gesellschaftlichen „Pflichtfeldern“ der Bildung und Arbeit, sondern auch in den vielfältigen Bereichen des kulturellen und sozialen Lebens verwirklicht wird.

Das soziale und kulturelle Leben in Bayern zeichnet sich durch eine große Vielfalt aus. Dennoch existieren auch hier vielfältige Zugangsbarrieren und Ausschlussmechanismen, die der Teilhabe von Menschen mit bestimmten Merkmalen entgegenstehen. Diese Barrieren wirken zudem häufig subtil und unterhalb des „Radars“ der öffentlichen Aufmerksamkeit. Die Schaffung von Teilhabemöglichkeiten erfordert daher ein besonderes Maß an Sensibilität gegenüber unterschiedlichen Formen des sozialen Ausschlusses. Gesetzliche Regelungen und Vorgaben sind wichtig, bedürfen aber immer der Ergänzung durch eine gelebte Kultur der Akzeptanz und Förderung von Vielfalt. Entsprechend ist besonders im Bereich des kulturellen und sozialen Lebens jeder und jede Einzelne gefordert, zur Überwindung alltäglicher Ausschlussphänomene im gesellschaftlichen Leben beizutragen.

Positionspapier

Der Landesfachausschuss Inklusion der bayerischen Arbeiterwohlfahrt

Die Leitidee einer inklusiven Gesellschaft ist für die bayerische Arbeiterwohlfahrt von zentraler Bedeutung. Aus diesem Grund wurde 2013 ein Landesfachausschuss zum Thema Inklusion ins Leben gerufen.

Die Landesfachausschüsse bündeln die fachliche Kompetenz innerhalb der Bayerischen Arbeiterwohlfahrt und erarbeiten als Gremien des Landesvorstandes fachpolitische Positionierungen. Die Mitglieder werden von den Bezirksverbänden entsandt und durch den Landesvorstand berufen.

Unser Positionspapier zum Thema Inklusion

Der Landesfachausschuss Inklusion hat ein Positionspapier erarbeitet, in dem die besondere Relevanz der Leitidee der Inklusion für die AWO in Bayern dargestellt und erläutert wird.

Mit diesem Positionspapier hat sich die AWO in Bayern auf den Weg gemacht, um die Idee einer inklusiven Gesellschaft als Leitbild und Handlungsmaxime für die eigenen Handlungs- und Verantwortungsbereiche wirksam werden zu lassen.

PDF Download (5,7 MB)

Das Projekt „Inklusion – Ein Gewinn für alle“ endete erfolgreich am 30.09.2016. Der Abschlussbericht ist in barrierefreier Version hier verfügbar.

PDF Download (7 MB)

Beispiele für inklusive Praxis

Unter dem Dach der AWO gibt es schon heute eine Vielzahl von Einrichtungen und Angeboten, die zur gesellschaftlichen Teilhabe unterschiedlichster Personengruppen und Individuen beitragen.

Auf der Landkarte haben wir unterschiedliche Angebote, Projekte und Initiativen eingezeichnet, die exemplarisch deutlich machen, welchen Beitrag die AWO als Wohlfahrtsverband für die Förderung der Teilhabechancen unterschiedlicher Personengruppen leistet. Diese Beispiele inklusiver Praxis haben wir in Form von Steckbriefen porträtiert. Zu diesen gelangen Sie, indem Sie auf die Punkte auf der Landkarte klicken.

In der Zusammenschau wird dabei deutlich, dass die Reduzierung von Teilhabebarrieren viele Gesichter annehmen kann. Die dargestellten Beispiele sollen nicht zuletzt als Anregung verstanden werden, um gemeinsam darüber nachzudenken, wie gesellschaftliche Zugangsbarrieren in den unterschiedlichsten gesellschaftlichen Teilbereichen überwunden oder kompensiert werden können.

  • AWO Arber-Ferienhof Zwiesel im Bayerischen Wald

    Das AWO Arber-Feriendorf in Zwiesel ist ein Urlaubsort, der für alle offensteht. Menschen mit Behinderung oder Pflegebedarf und Familien mit wenig Geld sind hier genauso willkommen wie alle anderen Gäste.

    Steckbrief
  • Betreutes Wohnen in Familien Berchtesgadener Land

    Im Betreuten Wohnen in Familien (BWF) werden Menschen mit chronischen psychischen Beeinträchtigungen und entsprechend langfristigem Unterstützungsbedarf von einer Familie, einem Paar oder einer Einzelperson aufgenommen und dauerhaft begleitet.

    Steckbrief
  • Christian-Dierig-Haus Augsburg

    Das "Christian-Dierig-Haus" in Augsburg bietet eine breite Palette an ambulanten und stationären Angeboten für ältere Menschen im Augsburger Stadtteil Pfersee. Das Gesamtangebot ist so aufgebaut, dass es den Menschen aus dem Viertel auch bei zunehmender Pflegebedürftigkeit den Verbleib in ihrem vertrauten Stadtteil erlaubt.

    Steckbrief
  • Dementenbetreuung im MGH AWO KV Rosenheim Stadt

    Die Dementenbetreuung im Mehrgenerationenhaus (MGH) Rosenheim findet einmal wöchentilch als Nachmittagsprogramm für Menschen mit Demenz, die eigentlich von einem ambulanten Pflegedienst zuhause betreut werden, statt. Fokus ist dabei die Teilhabe an der Gemeinschaft bzw. das Treffen unterschiedlicher sozialer Gruppen vor Ort.

    Steckbrief
  • Familienentlastender Dienst und Offene Behindertenarbeit Kulmbach

    Die Offene Behindertenarbeit (OBA) der AWO in Kulmbach hat ihre Angebote besonders auf die Bedürfnisse von Jugendlichen ausgerichtet.Jugendlichen und jungen Erwachsenen mit Behinderung wird über das Programm der OBA die Möglichkeit geboten, außerhalb der Familie aber trotzdem in einem sicheren und unterstützenden Rahmen aktiv zu sein und Erfahrungen zu sammeln.

    Steckbrief
  • Flüchtlingshilfe im AWO Ortsverein Arzberg

    Der AWO Ortsverein Arzberg koordiniert in Zusammenarbeit mit dem lokalen Helferkreis die gesamte Flüchtlingshilfe für die Gemeinde. Neben der umfassenden Unterstützung der Flüchtlinge liegt dabei mittlerweile ein zentraler Schwerpunkt auf der Schaffung und Finanzierung professioneller Hilfestrukturen vor Ort.

    Steckbrief
  • Inklusion — der AWO Kreisverband Ebersberg e.V. macht sich auf den Weg

    Als wertegundenen Verband ist es für den AWO Kreisverband Ebersberg selbstverständlich, den Inklusionsgedanken der UN- Behindertenkonvention als übergreifendes Leitmotiv für die Mitarbeitenden in allen Arbeitsbereichen zugrunde zu legen.

    Steckbrief
  • Inklusive Hortangebote — AWO Ortsverein Veitshöchheim

    Der AWO-Ortsverein Veitshöchheim versteht seine Horte als inklusive Bildungsorte, die allen Kindern unabhängig von ihren individuellen Bedürfnissen und Merkmalen offen stehen sollen damit dort gemeinsam gelebt und gelernt werden kann.

    Steckbrief
  • Intensiv betreutes Einzelwohnen Bad Reichenhall

    Das Intensiv Betreute Einzelwohnen (IBEW) ermöglicht Menschen mit chronischer psychischer Erkrankung ein Leben in der eigenen Wohnung – und das auch dann, wenn sie einen vergleichsweise intensiven Betreuungsbedarfs haben.

    Steckbrief
  • MainWohl — Netzwerk für psychische Gesundheit

    MainWohl bietet als Einrichtung der Integrierten Versorgung Menschen mit psychischen Erkrankungen unterschiedliche Formen der Hilfe und Unterstützung. Das Angebot ist dabei so aufgebaut, dass es neben der kontinuierlichen Begleitung im Alltag auch Betreuung bei akuten Krisen leisten kann.

    Steckbrief
  • Mov'in - WohnRaum für Flüchtlinge

    Das Projekt "Mov'in" bietet Flüchtlingen Unterstützung bei der Wohnungssuche und begleitet sie beim Umzug und beim Ankommen im neuen Zuhause.

    Steckbrief
  • PROJEKT PRINT — Arbeiten im und für das Quartier

    Um Teilhabe am Arbeitsleben zu ermöglichen, konzipiert die ConceptLiving GmbH der AWO München Beschäftigungs- und Qualifizierungsmöglichkeiten in realistischen und quartiersnahen Arbeitsumfeldern. So bietet die Druckerei PROJEKT PRINT Tätigkeiten mit unterschiedlichen Anforderungsniveaus von der grafischen Gestaltung am Computer bis zur Produktion des fertigen Druckerzeugnisses.

    Steckbrief
  • tegut...-Lädchen Alzenau

    Das tegut…-Lädchen in Alzenau ist ein Integrationsbetrieb, in dem Menschen mit und ohne Handicap zusammenarbeiten. Neben dem Warenangebot für den täglichen Bedarf gibt es auch einen kleinen Cafébereich, der zum Verweilen einlädt.

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  • TiP - Therapie im Pfaffenwinkel Prop e.V.

    "TiP" ist eine betreute Wohnform auf dem Bauernhof für drogen- und alkoholabhängige Frauen und Männer, die dort in die Gemeinschaft der Hoffamilie und deren Alltag eingebunden sind und praktisch in der Landwirtschaft mitarbeiten. Ziel ist der Aufbau praktischer Kompetenzen um im Anschlus ein drogenfreies, selbstbestimmtes und unabhäniges Leben führen zu können.

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  • Wohnungsnotfallhilfe - FOL AWO KV München Land

    Die Fachstelle zur Verhinderung von Obdachlosigkeit (FOL) der AWO Wohnungsnotfallhilfe Münchten ist ein Angebot für Bürgerinnen und Bürger des Landkreises München und dient in erster Linie dem Wohnungserhalt und damit der Abwendung von Obdachlosigkeit. Darüber hinaus unterstützt sie auf dem Weg zu dauerhaft stabilen Wohnverhältnissen.

    Steckbrief

Der Landesfachausschuss unterstützt das Projekt wheelmap: www.wheelmap.org

Kontakt

Wenn Sie mehr über unsere Arbeit erfahren möchten, Sie Anregungen oder Kritik haben, dann setzten Sie sich mit uns in Verbindung - wir freuen uns auf Sie:

AWO Landesverband Bayern e.V.
Landesfachausschuss Inklusion
Edelsbergstraße 10
80686 München

Ihr Ansprechpartner

Stefan Langen
Vorsitzender des Landesfachausschusses Inklusion
E-Mail: lfa-inklusion@awo-bayern.de

Die Mitglieder des Landesfachausschusses Inklusion

Stefan Langen (Vorsitzender)

AWO Bezirksverband Schwaben e.V.

Stefanie Kalla (Geschäftsführerin)

AWO Landesverband Bayern e.V.

Lynn Berger

AWO Bezirksverband Oberbayern e.V.

Claudia Frost

AWO Kreisverband Augsburg-Stadt e.V.

Petra Mahr

AWO Bezirksverband Ober- und Mittelfranken e.V.

Wolfgang Schindele (Gast)

AWO Landesverband Bayern e.V.

Gerhard Schönauer

AWO Kreisverband Ebersberg e.V.

Carmen Steffan

AWO Bezirksverband Unterfranken e.V.

Elisabeth Weith

AWO Kreisverband Kulmbach e.V.

Claudia Zacher

AWO Bezirksverband Niederbayern/Oberpfalz e.V.