Gedanken zur Inklusion

Die Idee einer inklusiven Gesellschaft ist eine Zielperspektive, mit der sich die Arbeiterwohlfahrt in hohem Maße identifizieren kann. Für die AWO – hier für die bayerische Arbeiterwohlfahrt – ist in diesem Zusammenhang nur der Begriff Inklusion neu. Der Grundgedanke der Inklusion war hingegen schon Gründungsgedanke der AWO vor fast einhundert Jahren.

Seit ihrem Bestehen setzt sich die AWO für eine gerechte und tolerante Gesellschaft, den Abbau von Zugangsbarrieren und für die soziale Teilhabe aller Menschen ein. Dies spiegelt sich auch in den Grundwerten der AWO: Toleranz, Solidarität, Freiheit, Gleichheit und Gerechtigkeit.

Diese Grundwerte weisen eine hohe Übereinstimmung mit der Leitidee der Inklusion auf. Inklusion kann entsprechend als eine neue Form der zeitgemäßen Umsetzung der alten – aber immer noch hoch aktuellen – AWO-Grundprogrammatik verstanden werden:

Der Einbezug aller bedarf der Toleranz gegenüber vielfältigen Denk- und Verhaltensweisen. Auch diejenigen mitzunehmen, deren Teilhabe mit Aufwand verbunden ist, setzt ein gewisses Maß an Solidarität auf der Seite der Mitnehmenden voraus. Teilhabe bedeutet im Umkehrschluss einen Zugewinn an Freiheit für diejenigen, die nun endlich selbstbestimmt mitmachen dürfen, statt an den Rand gedrängt und ausgeschlossen zu werden. Die Gleichheit im Zugang zu den gesellschaftlichen Institutionen, Gütern und Rechten bildet letztendlich die Voraussetzung für Gerechtigkeit im gesellschaftlichen Miteinander.

Aufgrund dieser vielfältigen Entsprechungen kann die Leitidee der Inklusion als eine neue Handlungsmaxime für die Arbeit der Arbeiterwohlfahrt verstanden werden, in der sich ihre historischen Grundwerte in konzeptionell neuer Form verwirklicht finden.

Inklusion zielt darauf ab, allen Menschen, ungeachtet ihrer individuellen Voraussetzungen, einen gleichberechtigten Zugang zu allen gesellschaftlichen Gütern und Bürgerrechten zu sichern und die Teilhabe an allen Lebensbereichen zu ermöglichen.

(AWO Landesverband Bayern e.V. (2016): AWO inklusiv – Gemeinsam für ein Bayern der Vielfalt. Positionspapier S.4)